Auswandern nach Litauen

Bloged in Allgemein, Auswandern, Reisen, Länderinformationen, Länder, Wetter, Sprache, Fotos, Essen, Litauen, Lettland, Estland by Brigitte Sunday May 27, 2007

Zugegeben ich selber habe nie ans Auswandern nach Litauen gedacht. Warum nicht? … weil für mich die Auswanderungspläne immer Richtung Süden zeigten. Wegen dem Wetter versteht sich. Obwohl ich da heute leider einsehen musste, dies war nun vollkommen falsch gedacht. Hatten wir doch die vergangenen Wochen, als es in Deutschland und der Schweiz so warm war, doch öfter mal richtig gefroren hier auf der Kanareninsel La Palma :(

Aber zurück zum Thema Auswandern nach Litauen. Es war mein Sohn, welcher sich eingehender mit dem Thema auseinandergesetzt hatte.

Er hatte auch ein paar Reisen nach Litauen unternommen. Einmal plante er dann sogar von Litauen mit dem Bus quer durch Lettland nach Estland, bis zur Hauptstadt Tallinn zu fahren und von da wieder zurück in die Schweiz zu fliegen.

Vor rund vier Jahren haben wir ihn dann mal besucht, als er gerade wieder in Litauen in Urlaub war. Sind nach Vilnius geflogen und haben dann ein paar Tage in Kaunas, was wirklich sehr schön war verbracht.

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Kaunas ist sehr interessant … wir waren zum Shopping, wollten ein Fliegermuseum und auch die Reste eines Konzentrationslagers besuchen, leider waren aber beide schon geschlossen als wir ankamen. Naja wer zu spät kommt ……

Tobias wollte mit uns auch noch nach Klaipeda ans Meer fahren, was dann aber zeitlich leider nicht mehr drin lag.

So sind wir dann noch ein paar Tage in Vilnius der Hauptstadt Litauens geblieben.

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  • Fazit:
  • Das Reisen in Litauen ist sehr schön und erlebnisreich
  • Reisen an sich ist nicht sehr teuer, ausser den Hotels die dann doch ihren Preis haben
  • Essen ist ausserhalb der Hotels günstig … und trotzdem sehr gut
  • Sprache: Litauisch, wir sind aber mit Englisch gut durchgekommen
  • Wetter: gemässigtes Klima

Auswandern nach Litauen? … warum nicht? Das Wetter kann ja da auch nicht viel schlechter sein als auf La Palma.

Eure Auswanderin

9 Responses to “Auswandern nach Litauen”

  1. Annette Strauch Says:

    Bin nach Wales ausgewandert, habe gerade Deinen interessanten Bericht gelesen. Danke, Annette Strauch, Machynlleth….. Nach Litauen würde ich gerne einmal reisen, war in diesem Jahr in Estland und in Lettland.

  2. Harry Says:

    Das kann doch wirklich nicht Dein Ernst sein!? Auswandern nach Litauen? Ich lebe hier nun schon (zwangsläufig) nach Heiratung einer Litauerin seit 2001 aber ich kann Dir sagen: es ist ein himmelweiter Unterschied zwischen Urlaub und Leben hier!

    Wenn Du denkst, dass sich in dem ehemalig kommunistischen Land vieles geändert habe, dann irrst Du Dich aber gewaltig. Hier ist alles noch so wie vor 50 Jahren in Westdeutschland.

    Als damals in der BRD die Mauer fiel, wurden Milliarden über Milliarden in den Osten zum Wiederaufbau gepumpt. Hier in Litauen fehlt es sogar manchmal tagelang an der Wasserversorung oder im Winter fällt wochenlang die Heizung aus und man muss sich in einem Zimmerchen um einen elektrischen Radiator herumstellen, um sich wenigstens ein bisschen aufzuwärmen.

    Das gleiche gilt für das Einkaufen täglich benötigter Produkte: gibt es heute eben kein Brot, na dann gibt es eben keines. Denkst Du darüber regt sich ein Litauer auf? Warum sollte er: trinkt er eben mehr Wodka - ist auch flüssiges Brot, oder nicht?

    Aber wer sich wie im Dschungel fühlen möchte ist hier herzlich willkommen. Jeden Tag neue Schreckenserkenntnisse lassen Dein Leben wenigstens nicht langweilig werden. Sicher, eine starke Gesundheit muß man hier schon haben, denn die Krankenversorgung ist nicht gerade die Beste.

    Da werden teilweise noch Behandlungsgeräte mit dem Feuerzeug steril gemacht (wie beispielsweise bei mehreren Zahnärzten) und im Krankenhaus sollte man besser nicht zu genau hinsehen!

    Jaja, Urlauber finden es toll; aber lebt erst einmal hier ein paar Jahre. Dann wird der sehnliche Wunsch ins oft beschimpfte, bürokratische Deutschland wieder zur Oase des Wohlfühlens und Wohlbehagens.

    Jetzt wird sich jeder fragen, warum bleibt man hier? Nun, wäre dann nicht eine kranke pflegebedürftige Mutter, dann wäre die Frage überflüssig. Oder habe ich vergessen zu erwähnen, dass es besser wäre, hier in Litauen nicht alt zu werden!?

    Ein Deutscher in Litauen !

  3. Brigitte Says:

    Hallo Harry

    Erst mal vielen Dank für einen ausführlichen Kommentar.
    Leider hast du nicht geschrieben wo genau du in Litauen lebst.

    Sicher sieht man als Tourist ein Land mit anderen Augen. Das ist zweifellos so. Und dies natürlich nicht nur in Litauen. Ausserdem ist es auch eine Tatsache, dass wo immer man lebt, man Vorteile und auch Nachteile finden kann. Das perfekte Land gibt es nun mal nicht.

    Ich kann allerdings wirklich nicht ganz verstehen, warum du in Litauen bleibst, wo dir doch anscheinend überhaupt nichts an dem Land gefällt. Für dich als deutschen Bürger wäre es doch sicherlich kein grosses Problem, die pflegebedürftige Mutter mit nach Deutschland zu nehmen.

    Liebe Grüsse
    Brigitte

  4. Harry Says:

    Hallo Brigitte,

    ich lebe in Jonava, einem kleinen Städtchen ca. 30 km von Kaunas entfernt. Und warum ich meine Schwiegermutter nicht einfach mit nach Deutschland nehme?

    Weil SIE nicht will !! Und solange sie pflegebedürftig ist, muss ich ihren und den Wunsch meiner Frau respektieren. Ob es mir nun gefällt oder nicht. Schließlich werde ich nicht meine Ehe riskieren!

    Sicher, es gibt viele Vor- und Nachteile in jedem Land. Hier in Litauen überwiegen aber die Nachteile. Aber nur für jemanden, der Ordnung, Sauberkeit und andere Werte schätzt. Für sog. “Ballermann-Touristen” ist hier sicher ein Paradies. Der Schnaps ist billig und die Mädchen willig.

    Müll muß nicht sortiert, sondern einfach irgendwo auf die Straße geworfen werden. Lärm und laute Musik machen kann man hier sooft und solange machen wie es einem gefällt. Und wem es nicht gefällt: nun der stopft sich halt Oropax die Ohren. Schließlich leben wir ja in einer “Partygesellschaft”.

    Nein, nein, so leicht habe ich mir meine negative Kritik bestimmt nicht gemacht. Aber es ist die Wahrheit. Vielleicht nicht für solche, die in Nobelviertel von Kaunas oder Vilnius leben, aber auch hier sollte man besser nachts die Straßen meiden. Auf Bekannte von uns ist schon zweimal aus dem fahrenden Auto heraus in Kaunas geschossen worden.

    DAS IST DIE REALITÄT. Vielleicht nicht nur hier in Litauen, aber in Deutschland gibt es wenigstens noch eine Polizei. Hier aber ruft man des nachts vergeblich …

  5. Brigitte Says:

    Hallo Harry

    Ja das kann ich natürlich verstehen, wenn deine Schwiegermutter nicht mit nach Deutschland will, dann wird’s doch schwieriger für dich.

    Natürlich weisst du besser, wie es ist in Litauen zu leben. Da wollte ich dich in keinster Weise korrigieren. Wie schon gesagt, mir ist auch bewusst, dass man als Tourist vieles ganz anders wahrnimmt.

    Während meiner Litauen-Reise habe ich weder Party noch Ballermann erlebt, habe dies aber auch ganz bestimmt nicht gesucht.

  6. Friedel Says:

    Hallo Harry,
    du malst ein wenig schwarz, zu sehr. DAS IST NICHT DIE REALITAET.
    Ich wohnte ein Jahr in Kaunas und ein Jahr in Vilnus. Nein nicht in einem Nobelviertel auch binn ich kein Ballermanntourist. Fakt ist das sich Litauen schon sehr weit von der Sovietunion entfernt hat. Brot gibt es immer.
    Iki, Maxima, Rimi, das sind normale, Supermaerkte finden sich in jeder Ecke. Wasserausfall hatte ich noch keine grossen problem, nur einmal gab es 2Wochenlag kein warmes Wasser, das regt einem natürlich auf.
    Die Behörden hier sind sehr starr und bringen einem wirklich auf die Palme, das regt auf.

    Momentan ist der Arbeitsmarkt nicht schlecht, allerdings sind die gehälter hier immernoch niedrig. Doch als guter spezialist kann man auch in Litauen leben.
    Allerdings gebe ich offen zu das das leben hier schwerer als in Deutschland oder Irland ist.

    Litauen hat viel Positives, Menschen, Kultur, Natur und Character.
    Negativ, Bürokratie, wenig Geld, Gesundheitswesen Kriminalität.

  7. Harry Says:

    Hallo Friedel,

    Ich male nicht zu schwarz, wenn es den Buchtitel “Mein Kampf” nicht schon geben würde, könnte ich solch ein Buch schreiben. Damit meine ich nicht etwa irgendwelchen Bezug auf den Nationalsozialismus, sondern meinen täglichen Kampf in diesem Land.

    Nehmen wir mal den Tag heute, nur so als Beispiel:

    Früh morgens um 6:30 wurde ich vom Bohrmaschinenlärm geweckt, weil mein oberer Nachbar wieder einmal meinte in seinem Urlaub könnte er seinen Boden verlegen. Die Uhrzeit spielt dabei für einen Litauer keine Rolle, denn es ist ihm vollkommen egal, ob er andere damit stört oder nicht. Es ist eben seine Kultur, sich so zu verhalten wie es ihm gefällt und andere sind für sie egal. Aber hier regt sich deswegen keiner auf; man ist es eben einfach so gewohnt.

    Dann auf dem Weg zum Supermarkt NORFA wieder einmal allerlei Müll und Unrat auf den Wegen, in den Wiesen und um meine Wohnung herum. Naja, die Überbleibsel der Nacht, wie man hier lächelnder Weise sagt. Aufregen? Wieso, irgendwann wird die Putzfrau dies schon sauber machen. Und wenn sie dir den Dreck vor die Türe werfen? Na, dann kannste auch nichts machen; gehört doch zur litauischen Kultur!

    Dann noch schnell mit dem Hund Gassi gehen? Geht nicht, da laufen schon genug streunende Hunde draußen herum, die mir zu gefährlich aussehen. Aber wem gehören sie? Na, irgendwelchen Nachbarn, die lassen sie morgens raus und am Abend wenn sie nach Hause kommen wieder rein und so laufen sie den ganzen Tag draußen herum, kläffen sich gegenseitig an und veranstalten ein Bellkonzert höchsten Grades!

    Dann ein paar Stunden Ruhe! Gott sei Dank!

    Aber nicht lange, denn die Schule ist aus und eine Horde undisziplinierter Kinder stürmte die Hinterhöfe. Da werden Mülleimer angezündet, Scheiben eingeworfen u.v.a. Von Raudis oder kriminellen Jugendlichen? Nein, die Kleinen sind doch erst 6-8 Jahre alt! Na man kann sich denken, was sie erst mit 14 oder 15 machen!? Aber das kennt man auch: erbrochene Lachen von Kotze im Hausflur, Urin an den Haus- und Hofwänden und Dutzende Glasscherben von Bier- und Wodkaflaschen: jaja, die arme lit. Jugend !!

    Und dann noch schnell etwas einkaufen gehen, denn wenn es erstmal dunkel wird, sollte man die Straßen ohne Auto besser meiden. Zu Fuß hier unterwegs sein ist lebensgefährlich. Da fliegt einem schon mal ne Flasche vom Balkon auf den Kopf, die einer einfach mal so “entsorgen” wollte. Oder eben eine brennende Zigarettenkippe. Ne, zu Fuß besser nicht, gibt es doch in den Nebenstraßen so gut wie keine Beleuchtung. Kann sich keiner vorstellen, ja? Dass man mit der Taschenlampe am Abend zum Einkaufen gehen muß?

    Zum Essen gibts natürlich nur das was da ist. Jaja, Brot gibt es schon immer, wenn auch nicht immer Deine Lieblingsmarke, da mußt Du schon das essen, was da ist und sie Dir übriggelassen haben! Wie bei allem eigentlich: Was man momentan nicht braucht, gibt es im Überfluß, aber wehe Du brauchst heute ganz dringend Zucker, dann findest du ihn in keinem Regal, weder bei IKI, NORFA, MAXIMA oder wie sie sonst noch alle heißen!

    Und dass wir alleine in diesem Jahr 2006 an über 26 Tagen (also insgesamt fast 1 Monat) kein warmes Wasser hatten, davon 12 Tage überhaupt kein Wasser, möchte ich noch kurz erwähnen!

    Und wie stellt man fest, ab wann die Heizung in Litauen läuft? Na ganz einfach: wenn man sieht, dass alle die Fenster aufreißen und lüften. Anders hält man es nämlich sonst nicht aus. Es gibt nur 2 Möglichkeiten beim Heizen: AN oder AUS! Und ist sie erst einmal an (so ewie jetzt bei 10 bis 15 Grad am Tag), dann heizt sie auch, aber so stark, dass man die ganze Hitze zum Fenster hinauslassen muß. Regulatoren gibt es hier nämlich nicht!

    Vergaß ich noch etwas? Ach ja, Du sprachst von den Menschen deren Kultur! Nun, einen ständig auf den Boden spuckenden Litauer als kulturisch zu bezeichnen, widerstrebt mir ein bisschen. Auch das Urinieren an Hauswände gehört hier schon genauso zu den Gepflogenheiten wie die Häufchen unter meinem Balkon.

    Bürokratie gibt es in jedem Land. Na wenigstens hier kann man sich bei so mancher Stelle mit ein bisschen Geld Vorteile verschaffen. Diese Art der Vorteilsgewährung wird hier nachwievor nämlich noch gehandhabt! Über die Kriminalität habe ich mich ja bereits ausgelassen, auch die gibt es in Deutschland auch, aber hier versucht man nicht einmal etwas dagegen zu machen. “Polizei Dein Freund und Helfer”: na den Spruch vergeßt mal schnell hier.

    Und so könnte ich noch stundenlang weitermachen und seitenweise schreiben. DAS IST WIRKLICH DIE REALITÄT! Man kann sich auch vieles “Schönreden”, aber je früher ich wieder nach Deutschland zurückkehren kann, desto besser!

    Ich vergaß noch zu fragen: Lieber Friedel, wohnst Du jetzt noch in Litauen? Deinen Zeilen entnehme ich, dass Du nur insgesamt 2 Jahre hier warst!? Warum nicht mehr wenn ich fragen darf?

  8. Markowaha Says:

    Mein Mann und ich leben in Litauen und in Deutschland. Wir haben in Kaunas eine super moderne Wohnung. Wasser gab es bis jetzt immer und auch in den Supermaerkten ist alles zu bekommen.

    Ich weiss nicht wo du wohnst, aber auch unsere Wohnung liegt in einem ganz normalem Wohnbezirk.
    Glaubst du in deutschen Grossstaetten werden keine Muelleimer angezuendet?
    Du scheinst jedenfalls ziemlich ungluecklich in Litauen zu sein. Ich koennte hier immer leben, aber leider sind die Kinder noch nicht alt genug und sie im Alter von 15 und 17 aus ihrem gewohnten Umfeld zu reissen….Keine Chance.

  9. Friedel Says:

    Über Positives und Negatives,
    Einer schreib positiv der andere negativ.
    Was vileicht etwas komisch ist.
    Es gefällt mir sehr hier, besonders jetzt weil es Frühling ist und das wetter schön ist.

    Aber es gibt die Tage an denen die Laune schlecht ist und schlechte Eigenschaften so ins Auge fallen, dass das Gemüt schwer wird und Deutschland wie ein fernes Paradies erscheint.

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